Forschung

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Forschung
Wissenschaft

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For|schung ['f…Ēr É äŇč], die; -, -en:
a) das Arbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnissen:
ihre Forschungen beschäftigten sie viele Jahre; Forschungen belegen diese Vermutung.
Syn.: ‚ÜĎ Studium.
b) <ohne Plural> die forschende Wissenschaft:
in den letzten Jahren machte die Forschung große Fortschritte; er arbeitet in der Forschung; Forschung zum Thema Radioaktivität betreiben.

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FoŐ£r|schung ‚Ć©f. 20‚Ć™ das Forschen, das wissenschaftl. Ergr√ľnden, Untersuchen, Streben nach neuen Erkenntnissen, Methoden, Ursachen (Krebs\Forschung, Markt\Forschung)

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FoŐ£r|schung , die; -, -en:
1. das ‚ÜĎ Forschen (a), forschende Bem√ľhung:
die F. nach den Ursachen blieb erfolglos.
2.
a) das ‚ÜĎ Forschen (b), das Arbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnissen; Untersuchung eines wissenschaftlichen Problems:
empirische -en anstellen;
diese Erkenntnisse sind Ergebnisse eingehender -en;
b) <o. Pl.> forschende Wissenschaft:
die neuere F. hat dies bestätigt;
in der F. tätig sein.

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Forschung,
 
die systematische Suche nach Neuem mit wissenschaftlichen Methoden. Im engeren Sinn versteht man unter Forschung die einzeln oder gemeinschaftlich betriebene planm√§√üige und zielgerichtete Suche nach neuen Erkenntnissen in einem bestimmten Wissensgebiet, einschlie√ülich der Suche nach M√∂glichkeiten zu deren Pr√ľfung. Im weiteren Sinn bezeichnet man mit Forschung die Gesamtheit der in allen Bereichen der Wissenschaft erfolgenden methodisch-systematischen und sch√∂pferisch-geistigen Bem√ľhungen (einschlie√ülich der dabei verwendeten Methoden und Techniken), die das Gewinnen neuer, allgemein nachpr√ľfbarer Erkenntnisse und das Ermitteln ihrer Gesetzm√§√üigkeiten erm√∂glichen, sowie das Netzwerk der beteiligten Personen und Institutionen. Gegenstand von Forschung ist auch die kritische √úberpr√ľfung herrschender Lehrmeinungen und die L√∂sung komplexer Probleme (z. B. beim Treibhauseffekt).
 
Forschung ist eine typische Erscheinungsform der Neuzeit. In der Antike und im MA verstand man unter wissenschaftlicher T√§tigkeit vorwiegend die √úberlieferung und Perfektionierung des alten vorhandenen Wissens. In der Neuzeit definiert Forschung ein v√∂llig ver√§ndertes Verst√§ndnis von Wissenschaften, die nun ausdr√ľcklich zur Produktion eines neuen, besseren Wissens dienen soll. Forschung hat zwei Voraussetzungen: Historische Voraussetzung ist das Zerbrechen der Einheit des Glaubens und des damit verbundenen allumfassenden religi√∂sen Deutungsanspruchs von Welt; systematisch-logische Voraussetzung ist der Glaube an die Existenz von Wahrheit und an die M√∂glichkeit ihrer Erkenntnis. Die so entstehende Verschmelzung von Forschung mit der Idee des Fortschritts, zun√§chst im Bereich der Wissenschaft, sp√§ter auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, verdeutlicht die tragende Bedeutung von Forschung f√ľr das Selbstverst√§ndnis moderner Gesellschaften. Zweifel an deren unkritischen Fortschrittsgl√§ubigkeit (Postmoderne) wirken in den letzten Jahren verst√§rkt als Zweifel an Legitimit√§t und Nutzen von Forschung zur√ľck.
 
 Historische Grundlagen
 
Die Grundlegung der modernen Wissenschaft und damit die Aufgabenbestimmung von Forschung ist wesentlich auf Roger Bacon zur√ľckzuf√ľhren, der Mitte des 13. Jahrhunderts erstmals Erfahrung, Experiment und Mathematik als methodische Elemente der Forschung einf√ľhrte. Etwa gleichzeitig spiegelte sich diese Haltung philosophisch als die Frage nach einer erkennbaren Wahrheit im Skeptizismus des ausgehenden Mittelalters (Duns Scotus, Wilhelm von Ockham). Mit der Renaissance begann die allgemeine Hinwendung zur Forschung als Handlungsprinzip von Wissenschaft. Francis Bacon entwarf Ende des 16. Jahrhunderts ein differenziertes Urteilsverfahren der Induktion und eine systemische Darstellung m√∂glicher Urteilst√§uschungen durch Trugbilder (die Idole). Induktives Denken, systemische Beobachtung und wiederholbares, personenunabh√§ngiges Experiment mit quantifizierbaren Ergebnissen wurden zu anerkannten methodischen Kernelementen der Forschung, die den gesellschaftlichen Fortschritt zu einem technisch perfekten Zukunftsstaat (utopischer Roman ¬ĽNova Atlantis¬ę) bef√∂rdern sollte. Die zunehmende Mathematisierung und Formelhaftigkeit erm√∂glichte in den folgenden Jahrhunderten eine wesentliche Steigerung der Vorhersagbarkeit von Ereignissen aufgrund vorliegender Forschungsergebnisse. Forschung wurde im Zuge dieser Entwicklung auch zu einem Machtfaktor.
 
 Struktur und Organisation
 
Forschung wird unterteilt in reine oder Grundlagenforschung, die sich mit der Vervollkommnung der Erkenntnisgrundlagen und Erweiterung unseres Erkenntnisstandes unabh√§ngig von Anwendungsbez√ľgen befasst, und in angewandte Forschung, die anhand vorgegebener, meist technischer Probleme mit wissenschaftlichen Methoden ebenfalls zur Ausweitung des Erkenntnisstandes beitr√§gt. In hochtechnisierten Industriegesellschaften ist es mittlerweile zu einer engen Verbindung von Forschung und Entwicklung (FuE) gekommen. Entwicklung bezeichnet dabei die Verwertung und Anwendung besonders naturwissenschaftliche und ingenieurwissenschaftliche Forschungsergebnisse sowie technische und wirtschaftliche Erfahrungen, um zu neuen Substanzen, Materialien, Bauelementen, Ger√§ten, Systemen u. a. zu gelangen (Neuentwicklung) oder um bereits vorhandene zu verbessern (Weiterentwicklung). Diese von Dritten initiierte Forschung bezeichnet man als Auftragsforschung. Nach Art der Finanzierung unterscheidet man zwischen √ľberwiegend staatlich finanzierter und nichtstaatlich finanzierter Forschung. Wichtigster Bereich der nichtstaatlich finanzierten Forschung ist die Industrieforschung, deren Motivation in den Unternehmenszielen und der Erhaltung der Wettbewerbsf√§higkeit zu suchen ist. Die Anbindung der Industrieforschung an die Grundlagenforschung sichern auf institutioneller Ebene die Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen (AIF) sowie auf individueller Ebene die Mitgliedschaft in Fachgesellschaften (z. B. Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V. [GDCh]). Zum Bereich √ľberwiegend staatlich finanzierter Forschung geh√∂ren in Deutschland die Hochschulforschung, die Forschung an Bundes- und Landesforschungsanstalten, verschiedenen Bundesanstalten und -√§mtern und zum Teil auch an wissenschaftlichen Museen und Bibliotheken; weiterhin geh√∂ren dazu die Forschung an staatlich gef√∂rderten Institutionen, v. a. an Einrichtungen in der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft zur F√∂rderung der Wissenschaften e. V., den Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft zur F√∂rderung der angewandten Forschung e. V. und an den Akademien der Wissenschaften (Berlin, G√∂ttingen, M√ľnchen, Leipzig, Heidelberg, Mainz und D√ľsseldorf). Von gro√üer Bedeutung ist die Beteiligung des Bundes an der internationalen Gro√üforschung im Rahmen von Forschungsorganisationen (z. B. CERN, EURATOM, ESO) und einzelnen Forschungsprojekten (z. B. das globale atmosph√§rische GARP). Auf europ√§ischer Ebene tritt au√üerdem die EU als wichtiger Tr√§ger staatlich finanzierter Forschung auf, der st√§ndig weiter an Bedeutung gewinnt.
 
Die zunehmend komplexeren Forschungsaufgaben und der zu ihrer L√∂sung exponentiell steigende Forschungsaufwand haben im Lauf der Zeit zu einer finanziell und inhaltlich bedingten Vernetzung von Forschung gef√ľhrt. W√§hrend Forschung anfangs als Einzelforschung vielfach im Privatbereich der Forscher, die in zahlreichen Einzeldisziplinen √ľber hohe wissenschaftliche Kompetenz verf√ľgten (¬ĽUniversalgelehrte¬ę), organisiert war, entstanden im 17. und 18. Jahrhundert in ganz Europa wissenschaftliche Gesellschaften (Leopoldina 1652, Royal Society 1660) und Akademien (Florenz 1657, Paris 1666, G√∂ttingen 1751), die einen Austausch der Erkenntnisse unter den ihnen angeh√∂renden Wissenschaftlern erm√∂glichten. In Deutschland wurden im 19. Jahrhundert die Universit√§ten zu den wichtigsten Zentren der Forschung. Wilhelm von Humboldts Idee der Einheit von Forschung und Lehre (Studium als Teilhabe an Forschungsprojekten, Doktorexamen als normaler Studienabschluss) verhalf der an deutscher Universit√§t betriebenen Forschung unter den damals herrschenden Bedingungen in vielen Bereichen zu einer weltweit f√ľhrenden Stellung. Im 20. Jahrhundert wurden im naturwissenschaftlichen Bereich eine Reihe besonderer Forschungsinstitute gegr√ľndet, die seit 1911 in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur F√∂rderung der Wissenschaften e. V. (heute Max-Planck-Gesellschaft zur F√∂rderung der Wissenschaften e. V.) zusammengefasst wurden.
 
Heute existieren im technischen Bereich wichtige Gro√üforschungsanstalten wie die Deutsche Forschungsanstalt f√ľr Luft- und Raumfahrt e. V., die Forschungszentren J√ľlich und Karlsruhe sowie das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY). Im Hochschulbereich f√ľhrte die Entwicklung einerseits zur Bildung von Forschungsschwerpunkten, andererseits zur Einrichtung von Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
 
Im Ergebnis der deutschen Einheit wurde die weitgehend nach sowjetischem Vorbild strukturierte Forschungslandschaft der ehemaligen DDR in die Prinzipien und Strukturen des Forschungssystems der Bundesrepublik Deutschland eingeordnet. Vor 1989 wurde Forschung in der DDR vor allem in vier Sektoren (Akademie der Wissenschaften, Industrieforschung, betriebliche Forschung und Entwicklung in Kombinaten, Forschung in parteieigenen Gro√üinstituten mit Zust√§ndigkeit f√ľr besonders politiknahe gesellschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre) betrieben. Die Federf√ľhrung f√ľr diesen Prozess des √úbergangs (¬ĽAbwicklung¬ę) der ehemaligen DDR-Forschungsstruktur hin zur Ausrichtung auf die grundgesetzliche Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland wurde dem Wissenschaftsrat √ľbertragen. Rechtsgrundlage bildete Art. 38 des Einigungsvertrages. Die √úberf√ľhrung der Forschungslandschaft war vor allem gepr√§gt durch die R√ľckf√ľhrung wissenschaftlichen Potenzials aus den Akademien in die Hochschulen. Daneben wurden im Gebiet der neuen L√§nder drei neue Gro√üforschungseinrichtungen aufgebaut und bestehende erweitert sowie mehr als 30 neue, von Bund und L√§ndern gemeinsam finanzierte Forschungseinrichtungen gegr√ľndet. Dar√ľber hinaus wurden zwei Max-Planck-Institute und acht eigenst√§ndige Fraunhofer-Einrichtungen errichtet.
 
Forschungsergebnisse werden ver√∂ffentlicht (insofern sie keinen Geheimhaltungsvorschriften unterliegen). F√ľr ihre Bewertung ist die Beurteilung durch f√ľhrende Fachvertreter vor oder nach der Ver√∂ffentlichung (¬Ľpeer review¬ę) ausschlaggebend. Zum Verhaltenskodex von Forschern geh√∂rt, bisherige Ergebnisse zu zitieren und Plagiate und Datenmanipulation zu √§chten. Forschungsleistungen sind von zentraler Bedeutung f√ľr den Rekrutierungsmechanismus des wissenschaftlichen Nachwuchses; sie k√∂nnen mit wissenschaftlichen Preisen oder Berufungen belohnt werden.
 
 Forschungsmethoden
 
In den Erfahrungswissenschaftenen stellen Beobachtung, Experiment und Messung die grundlegenden Methoden der Forschung dar. Unter den Naturwissenschaftlern besteht ein weitgehender Konsens dar√ľber, wie beim Forschen (wissenschaftlichem Arbeiten) methodisch vorzugehen ist: Die aus Beobachtungen, Experimenten und Messungen als den Quellen der wissenschaftlichen Erkenntnis gewonnenen empirischen Daten m√ľssen reproduzierbar und allgemein nachpr√ľfbar sein. Im n√§chsten Schritt wird dann versucht, induktiv verallgemeinernde Interpretationen abzuleiten, aus denen sich Prognosen f√ľr andere Einzelf√§lle ergeben. Verlaufen alle √úberpr√ľfungen erfolgreich, so kann man einen solchen Verallgemeinerungsversuch als eine wissenschaftliche fundierte Hypothese, im Falle einer umfassenderen G√ľltigkeit als Theorie bezeichnen.
 
W√§hrend sich das Ziel des Forschens in den Erfahrungswissenschaftenen als ¬ĽErkl√§ren¬ę, in den Formalwissenschaften als ¬ĽBeweisen¬ę kennzeichnen l√§sst, wollen die Geisteswissenschaften ¬Ľverstehen¬ę (oder ¬Ľbegreifen¬ę). Ihre Methode ist die Hermeneutik, wobei √ľber die Tatsachen hinausgehend moralisch-wertende, √§sthetische Momente sowie historische Interpretation eine Rolle spielen. Zwar kann diese Art zu forschen schon auf eine lange Tradition zur√ľckverweisen, doch ist sie unter dem Eindruck der Erfolge naturwissenschaftlichen Methodik und des ihr entsprechenden besonders im 19. Jahrhundert gepr√§gten Forschungsbegriffs immer wieder dem Verdacht der Unwissenschaftlichkeit (z. B. im logischen Empirismus) ausgesetzt gewesen. Kennzeichnend f√ľr die Geisteswissenschaften ist die Reflexion der eigenen Forschungsmethode als Grundlagendiskussion und damit auch die kritische Auseinandersetzung mit einem an den Naturwissenschaften orientierten Forschungsbegriff. Geisteswissenschaftliche Forschung erfolgt v. a. an den Hochschulen, jedoch auch an Akademien sowie einigen au√üeruniversit√§ren Instituten.
 
 Forschungsförderung und Forschungssteuerung
 
Die staatliche Forschungsf√∂rderung oder Forschungspolitik schafft durch Information, Organisation und Planung die sachlichen und finanziellen Voraussetzungen f√ľr die Entwicklung und Verbesserung der Forschung und unterst√ľtzt finanziell die privatwirtschaftliche Forschung in Unternehmen und privaten Forschungsinstituten. Umstritten ist, auf welche Weise der Staat im Rahmen seiner Forschungs- und Technologiepolitik (Abk√ľrzung FuT) die Forschung f√∂rdern soll. Bei der indirekten F√∂rderung wird der Forschungsaufwand unabh√§ngig davon subventioniert, auf welchem Gebiet geforscht wird. Die direkte F√∂rderung dagegen bezieht sich auf konkrete Forschungsprojekte, deren F√∂rderung beantragt werden muss. Dies beg√ľnstigt in der Regel Gro√üunternehmen sowie die Tendenz, kostspielige Prestigeobjekte finanziell zu unterst√ľtzen. Angesichts der schwierigen finanziellen Situation der √∂ffentlichen Haushalte versch√§rft sich der Wettbewerb um √∂ffentliche F√∂rdermittel. In der Forschungs- und Technologiepolitik werden deshalb zunehmend Ziele und Ma√ünahmen im Dialog mit den wichtigsten gesellschaftlichen Gruppen (v. a. aus Wissenschaft und Wirtschaft) festgelegt.
 
Nach dem GG sind die Kompetenzen im Bereich der Wissenschaftspolitik zwischen Bund und L√§ndern aufgeteilt. Im Hinblick auf eine gemeinsame Forschungspolitik von Bund und L√§ndern wurden Verwaltungsabkommen geschlossen und gemeinsame Organe geschaffen. Forschung an Hochschulen wird √ľberwiegend (90 %) und an wissenschaftlichen Akademien vollst√§ndig von den L√§ndern getragen. Nach der Kompetenzverteilung des GG ist der Bund u. a. f√ľr die F√∂rderung der wissenschaftlichen Forschung (Art. 74 Nummer 13 GG) wie f√ľr das Hochschulrahmengesetz zust√§ndig, das auch Vorschriften √ľber die Forschung und ihre Finanzierung durch Au√üenstehende (¬ĽDrittmittelforschung¬ę) enth√§lt. Ferner ist der Bund zust√§ndig f√ľr die Ressortforschung und unterh√§lt deshalb direkt eigene Forschungseinrichtungen in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Umwelt, Verkehr und Verteidigung. Auf der Grundlage der Forschungsf√∂rderungsvereinbarung nach Art. 91b GG f√∂rdern Bund und L√§nder die Deutsche Forschungsgemeinschaft e. V. als Selbstverwaltungsorgan der deutschen Forschung, die Max-Planck-Gesellschaft zur F√∂rderung der Wissenschaften e. V., die Fraunhofer-Gesellschaft zur F√∂rderung der angewandten Forschung e. V. und die Forschungseinrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. Das verantwortliche Steuerungsgremium f√ľr die gemeinsame Forschungsf√∂rderung sowie f√ľr gegenseitige Abstimmung und Koordination ist die Bund-L√§nder-Kommission f√ľr Bildungsplanung und Forschungsf√∂rderung (BLK). Forschungsf√∂rderung wird au√üerdem von privaten Stiftungen und vom Stifterverband f√ľr die Deutsche Wissenschaft e. V. betrieben. Der Gesamtetat der ihm angeschlossenen privaten Stiftungen ist zwar relativ klein, jedoch tragen die Stiftungen aufgrund ihrer Unabh√§ngigkeit und Flexibilit√§t entscheidend zum Erhalt des notwendigen individuellen und institutionellen Freiraums f√ľr Forschungen bei (z. B. Volkswagen-Stiftung).
 
Forschungssteuerung ist Gegenstand der Forschungs- und Wissenschaftspolitik. Der Steuerungsanspruch des Staates findet in Deutschland seine Begrenzung in den Bestimmungen des Art. 5 GG (Forschungsfreiheit). Dennoch besteht angesichts der hohen Kosten und der Knappheit der verf√ľgbaren Mittel ein Anspruch des Staates auf politische Grundsatzentscheidungen und Schwerpunktsetzungen. Versuche, Forschung ausschlie√ülich √ľber die Vergabe von F√∂rdermitteln zu steuern, haben sich im Kern bew√§hrt, sto√üen allerdings an deutlichen Grenzen: Eine Steuerung der Forschung hinsichtlich eines effizienten Mitteleinsatzes setzt Effizienzma√üst√§be f√ľr Forschung voraus, die sich allerdings nur im Nachhinein und f√ľr Teilbereiche von Forschung entwickeln lassen. Bew√§hrt haben sich auch hier Bewertungen durch anerkannte Fachkollegen. Als weitere Kriterien werden h√§ufig die Anzahl der vorgelegten Ver√∂ffentlichungen, die H√§ufigkeit, mit der diese Ver√∂ffentlichungen sp√§ter zitiert werden, und die H√∂he der eingeworbenen Forschungsmittel benutzt. Keines dieser Kriterien eignet sich als alleiniger Indikator f√ľr die Qualit√§t von Forschung und die Effizienz eingesetzter Forschungsmittel. Die direkte Steuerung der Forschung √ľber entsprechende Rechtsnormen ist problematisch, weil der Geltungsanspruch der Forschungsfreiheit durch die Rechtsordnung nicht a priori begrenzt und auch nicht ohne weiteres begrenzbar ist. Die Beschr√§nkung der Forschungsfreiheit steht unter erheblichem Legitimationszwang, ist jedoch unter besonderen Umst√§nden geboten. (Forschungsethik).
 
Die Bedeutung staatlicher Forschungspolitik wurde 1994 durch die Zusammenlegung zweier bis dahin getrennter Bundesministerien zu einem als ¬ĽZukunftsministerium¬ę apostrophierten Bundesministerium f√ľr Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie unterstrichen. Hintergrund dieser Bem√ľhungen um eine Steigerung der Forschungsleistung ist die Einsch√§tzung, dass Forschung zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor angesichts einer immer st√§rker globalisierten Lebenswelt und ihrer Wirtschaftsbeziehungen wird. In diesem Zusammenhang ist es √ľblich geworden, die Ausgaben f√ľr Forschung und Entwicklung sowohl nationalen als auch im internationalen Vergleich zu analysieren.
 
In Deutschland wurden (1993) 79,7 Mrd. DM f√ľr Forschung und Entwicklung ausgegeben (1980: 36,0 Mrd. DM im fr√ľheren Bundesgebiet); das entspricht rd. 2,5 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP; 1980: 2,4 %). Hinzu kommen 1,8 Mrd. DM aus dem Ausland. Im Vergleich der westlichen Industriel√§nder gaben 1994 neben Deutschland noch sieben Staaten mehr als 2 % ihres BIP f√ľr Forschung und Entwicklung aus: u. a. Japan (3,0 %), Schweden (2,9 %), die USA (2,8 %) und die Schweiz (2,7 %). Sehr unterschiedlich ist der Anteil des Staates an der Forschungsfinanzierung; er liegt z. B. in Italien bei 44,7 %, in Frankreich bei 44,3 %. Demgegen√ľber ist in Japan (71,1 %), der Schweiz (67,4 %) und Deutschland (60,8 %) der Anteil der Wirtschaft vergleichsweise hoch.
 
Immer gr√∂√üere Bedeutung gewinnt die Forschungsf√∂rderung auf EU-Ebene. Im Rahmen der Einheitlichen Europ√§ischen Akte wurde 1987 die F√∂rderung von ¬ĽForschung und technologische Entwicklung¬ę als eigener Politikbereich in den EWG-Vertrag eingef√ľgt. Ziele der europ√§ischen Forschungsf√∂rderung sind v. a. die St√§rkung der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen der Industrie der EU-Staaten und deren internationale Wettbewerbsf√§higkeit. Damit besteht ein enger Zusammenhang mit der europ√§ischen Industriepolitik. Schwerpunkt der EU-Aktivit√§ten sind Forschungsprogramme, durch die die nationale Forschungsf√∂rderung erg√§nzt und auch geb√ľndelt wird (¬Ľgemeinschaftliche Rahmenprogramme¬ę). Die Forschungsprogramme (z. B. in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik, neue Werkstoffe, Umwelt- und Biotechnologie) werden als Eigenforschung in der gemeinsamen Forschungsstelle der EU, als Vertragsforschung (F√∂rderung von Vorhaben an Universit√§ten und in Unternehmen) und als konzertierte Aktion (Koordinierung von nationalen Forschungsprojekten, Beteiligung an Forschungsaktivit√§ten au√üerhalb der EU) umgesetzt.
 
 Bedeutung und Gefahren
 
Forschung und Entwicklung sind von wachsender zentraler Bedeutung f√ľr Wirtschaft und Gesellschaft. Der Suche nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren wirtschaftliche Umsetzung wird ein entscheidender, wenn auch statistisch nur schwer erfassbarer Anteil am technischen und sozialen Fortschritt sowie an der Produktivit√§t und dem Wachstum der Wirtschaft zugeschrieben. Lebensqualit√§t und Wohlstand h√§ngen eng mit der Gewinnung und Umsetzung von Forschungsergebnissen zusammen. Dennoch werden Forschung und Forschungsergebnisse heute nicht mehr uneingeschr√§nkt positiv bewertet. Die in der Gesellschaft feststellbare Unsicherheit √ľber die Rolle der Forschung, die nicht selten verst√§rkt wird durch das Unverm√∂gen der Forschung, ihre Anliegen in der √Ėffentlichkeit verst√§ndlich zu machen, steht in engem Zusammenhang mit der Krise der Fortschrittsideologie: Waren Zweifel am unbeschr√§nkten Fortschritt im geisteswissenschaftlichen Bereich bereits seit der Romantik im fr√ľhen 19. Jahrhundert ge√§u√üert worden, schien der Fortschritt im Bereich der Naturwissenschaft und Technik bis weit ins 20. Jahrhundert √ľberwiegend positiv. Inzwischen ist auch in dieser Forschergruppe wie in der Bev√∂lkerung insgesamt ein hohes Problembewusstsein f√ľr die Ambivalenz des Fortschritts zu verzeichnen. Der alte Glaube, Forschung diene stets dem Fortschritt zum Besseren, hat einer realistischeren Sichtweise Platz gemacht: Weil Forschung definitionsgem√§√ü nach dem Neuen und daher Unbekannten sucht, ist sie aufgrund dieses Neuigkeitscharakters prinzipiell mit Risiko verkn√ľpft. Weder kann der einzelne Forscher die mittelbaren Folgen seiner Forschungst√§tigkeit vollst√§ndig √ľberblicken, noch k√∂nnen politisch Verantwortliche die gesellschaftliche Folgen eindeutig vorhersehen oder gar auf Dauer sozial beherrschen. Dennoch gibt es keine Alternative zur Forschung: Das Auffinden von L√∂sungen f√ľr gesellschaftliche Probleme ist nur mit Forschung m√∂glich. Die Bek√§mpfung von Hunger, Armut, Krankheit und Unterdr√ľckung sind Aufgaben der Forschung, deren Bew√§ltigung zugleich mit den Risiken unerwarteter Nebenwirkungen (Umweltzerst√∂rung, Bev√∂lkerungsexplosion) behaftet ist.
 
 Forschungsethik und wirtschaftliche Interessen
 
Forschung vollzieht sich nicht in einer k√ľnstlich geschaffenen wertfreien Welt, sondern ist als Teil der sozialen Wirklichkeit den normativen Leitprinzipien moderner Gesellschaften (Verantwortung, Humanit√§t) verpflichtet. Grunds√§tze einer allgemeinen Ethik gelten auch f√ľr die Forschung. Teils aus der Erfahrung, dass sich einzelne Forscher oder Gruppen von Forschern in der Vergangenheit wiederholt bewusst inhuman verhalten haben, teils aus der Erkenntnis, dass die Existenz bestimmter Forschungsergebnisse und ihrer technischen Anwendung einschlie√ülich m√∂glichen Missbrauchs und nicht bedachter Fernwirkungen prinzipiell nicht r√ľckg√§ngig zu machen ist, hat sich am Ende des 20. Jahrhunderts eine hohe Bereitschaft zur Begrenzung von Forschungsfreiheit herausgebildet, die insgesamt f√ľr die Entwicklung innovativer Technologien wenig zutr√§glich ist. Insbesondere im Forschungsfeld Gentechnik ist aufgrund dieser gesellschaftlichen Ressentiments ein enges rechtliches Regelwerk (Gentechnikgesetz) entstanden. In ethisch besonders sensiblen Bereichen (z. B. Embryonenforschung/Fortpflanzungsmedizin) werden Projekte durch Ethikkommissionen gepr√ľft, denen nicht nur Fachwissenschaftler, sondern auch Vertreter anderer Berufe (z. B. Biologen, Juristen, Theologen, Philosophen) angeh√∂ren. Die ethische Zul√§ssigkeit bestimmter Forschungshandlungen muss dabei in der Regel im Wege der G√ľterabw√§gung von Chancen und Gefahren entschieden werden. Mitte der 1990er-Jahre wurde die Errichtung einer zentralen Ethikkommission beim Deutschen Bundestag in Erw√§gung gezogen. Die freiwillige Selbstkontrolle der Forschung durch Ethikkommissionen hat indessen nicht verhindern k√∂nnen, dass auch in diesem Bereich strenge gesetzliche Bestimmungen (Embryonenschutzgesetz) erlassen worden sind, welche die Forschungsfreiheit in erheblichem Ma√üe einschr√§nken. Eine √§hnliche Einschr√§nkung der Forschungsfreiheit durch starke gesetzliche Reglementierung beklagen Spitzenorganisationen der Forschung f√ľr Projekte, zu denen Tierversuche notwendig sind. Auch aufgrund von natur- und datenschutzrechtlichen Bestimmungen ist uneingeschr√§nkte Forschung nicht zul√§ssig.
 
Gleichzeitig mit der Frage, ob bestimmte Forschungshandlungen ethisch zul√§ssig sind, ergibt sich eine zweite ethische Grunddimension der Forschung aus den speziellen, sie verpflichtenden Kriterien. Dies betrifft v. a. das Gebot der Objektivit√§t: Forscher m√ľssen pers√∂nliche und gruppenbezogene Interessen hintansetzen und ihre Ergebnisse einer kritischen √úberpr√ľfung zug√§nglich machen. Dazu bed√ľrfen sie neben einer ad√§quaten geistigen Haltung einer entsprechenden materiellen Unabh√§ngigkeit. Der Transfer sensibler Technologien durch Abwanderung von Wissenschaftlern nach dem Zusammenbruch der UdSSR hat in den 90er-Jahren gezeigt, dass hier nicht nur in der privaten (Industrie-)Forschung erhebliche Risiken drohen.
 
Wegen unterschiedlicher rechtlicher Rahmenbedingungen bestehen daher am Ende des 20. Jahrhunderts in den hochtechnisierten Industriestaaten h√∂chst unterschiedliche Forschungsbedingungen, in deren Folge man die Wanderung von Wissenschaftlern und mittel- bis langfristig eine r√§umliche Verlagerung von Forschung und der wirtschaftlichen Ausbeute ihrer Ergebnisse annehmen kann. Mehrheitlich ist man heute indessen der Meinung, dass angesichts der gravierenden, teils qualitativen neuen Gef√§hrdungspotenziale die Beweislast f√ľr die Unbedenklichkeit der Forschung bei den Forschern liege, welche die enthaltenen Risiken mit gleicher Sorgfalt wie den m√∂glichen Nutzen pr√ľfen m√ľssten.
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Ethik · Fortschritt · Hochschule · Innovation · Patent · Strukturpolitik · Technologiepolitik · Universität · Wettbewerbsfähigkeit · Wissenschaft · Wissenschaftstheorie
 
 
Bundesbericht F. (1965 ff.; erscheint etwa vierteljährlich);
 K.-L. Gutberlet: Alternative Strategien der F.-Förderung (1984);
 G. Turner: Freiheit der F., ihre Grenzen u. die Verantwortung des Wissenschaftlers (1986);
 K. F. Brockhoff: F. u. Entwicklung. Planung u. Kontrolle (41994);
 K. R. Popper: Die Logik der F. (101994);
 H. Jonas: Das Prinzip Verantwortung (121995);
 H. Klodt: Grundlagen der Forschungs- u. Technologiepolitik (Neuausg. 1995);
 U. Beck: Risikogesellschaft (121996);
 
Forschungsfreiheit. Ein Pl√§doyer f√ľr bessere Rahmenbedingungen der F. in Dtl., hg. v. der Dt. Forschungsgemeinschaft (1996).

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FoŐ£r|schung, die; -, -en: 1. das Forschen (a), forschende Bem√ľhung: die F. nach den Ursachen blieb erfolglos; Eine tiefe Ergriffenheit war stets die Frucht dieser inneren -en (Th. Mann, Krull 42). 2. a) das Forschen (b), das Arbeiten an wissenschaftlichen Erkenntnissen; Untersuchung eines wissenschaftlichen Problems: empirische -en anstellen; Die Zentralen versuchen ..., wissenschaftliche F. auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege zu betreiben (Fraenkel, Staat 382); diese Erkenntnisse sind Ergebnisse eingehender -en; b) <o. Pl.> forschende Wissenschaft: die neuere F. hat dies best√§tigt; in der F. t√§tig sein; ein Fach in F. und Lehre vertreten.

Universal-Lexikon. 2012.

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  • Forschung ‚ÄĒ tyrimas statusas T sritis ekologija ir aplinkotyra apibrńóŇĺtis MedŇĺiagŇ≥, daiktŇ≥, sistemŇ≥ (ekosistemŇ≥), reiŇ°kiniŇ≥ analizavimas ir vertinimas. atitikmenys: angl. analysis; exploration; investigation; research vok. Erforschung, f; Forschung, f;… ‚Ķ   Ekologijos terminŇ≥ aiŇ°kinamasis Ňĺodynas


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